In der Nacht von vergangenem Samstag auf Sonntag beschmierten bislang unbekannte Täter Wände im Ort Floß, unweit der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, mit Naziparolen und -symbolen. Im Lichte der zunehmenden Zahl fremdenfeindlicher Gewalt in der ganzen Bundesrepublik und der jüngst veröffentlichten Studie der Universität Leipzig zu ausländerfeindlichen Einstellungen in Deutschland zeigt sich die GRÜNE JUGEND Ostbayern alarmiert. Bayern belegt in der Studie bundesweit einen bedenklichen zweiten Platz.

„Jede dritte Bayerin und jeder dritte Bayer stimmen laut der Studie ausländerfeindlichen Aussagen zu“, erklärt Marvin Roß, Sprecher der GRÜNEN JUGEND Ostbayern. „Diese Ergebnisse kommen nicht von irgendwo her: Auch die Politik trägt eine Verantwortung dafür, welche Stimmung gegenüber anderen in der Bevölkerung herrscht.“ Die falsche Asylpolitik der CSU-Staatsregierung, offene PEGIDA-Sympathien von Politiker*innen von Union oder AfD oder auch eine Ausländermaut, die Deutsche bevorzugen und alle anderen benachteiligen wolle, seien Ausdruck einer vorurteilsgeladenen Politik. Das färbe auch ab, so Roß weiter.

„Wir wollen ein entschlossenes Eintreten gegen Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus und ein Eintreten für ein gemeinsames Miteinander“, fordert seine Kollegin Astrid Bösl, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Ostbayern. So dürfe man beispielsweise Asylbewerber*innen nicht lediglich als Bittsteller und als Menschen zweiter Klasse behandeln. „Nicht zuletzt brauchen wir weiter konsequente Aufklärungsarbeit über die Zeit des Nationalsozialismus“, so Bösl weiter. Dass die Nazischmierereien ausgerechnet um den 70. Jahrestag der Ermordung von Dietrich Bonhoeffer in Flossenbürg auftauchen, sei kein Zufall, sondern „eine Geschmacklosigkeit sondersgleichen!“

Foto: (CC BY-SA 2.5) von btr @wikimedia.commons

„Eine Geschmacklosigkeit sondersgleichen“

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